November, 2009

Jean: “Wenn sie auch sterben würden, wäre ich glücklich”

Jean sitzt mir mit ernstem Gesicht gegenüber, er wirkt entschlossen. Er sagt, er würde gerne an den Menschen Rache üben, die im Genozid seine Familie dezimiert hatten. Er glaube erst dann glücklich sein und innere Ruhe finden zu können, wenn er sich gerächt habe und die damaligen Täter tot seien. Er habe in den letzten Jahren oft und viel darüber nachgedacht, letztlich aber nichts unternommen....

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Ein Besuch der Genozid Gedenkstätte in Ntarama

Mit einem der hier üblichen voll besetzten, nach europäischem Standard überfüllten Kleinbusse fahren wir nach Ntarama. Als wir an der Hauptstraße aussteigen, hören wir sofort die inzwischen fast vertrauten Rufe “Muzungu!” (“Weißer”). Eine Gruppe Halbwüchsiger auf aufgestylten Fahrrädern gruppiert sich um uns und begleitet uns ein Stück den ungeteerten, mit...

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Betty: “Meine Familie sieht mich als Kriminelle”

Wir sitzen in einem typischen ruandischen Wohnzimmer mit Sofagruppe, Couchtisch und Schrankwand mit Fernseher. Anderes Mobiliar ist nicht vorhanden. Mit gegenüber sitzt Betty. Ihr Alter ist schwer zu schätzen, sie wirkt auf mich noch sehr jung. Sie erzählt ihre Geschichte: sie sei HIV positiv, weswegen ihre Familie sie diskriminiere. Sie lebe im Familienverbund ihrer Mutter. Sie habe zwei...

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