Archiv für die Kategorie «Kommunikation»

“Arroganztraining für Frauen” als Erfolgsrezept im Beruf?

29. April 2012, Christina Syndikus

Heute ist ein interessanter Artikel in der Online-Ausgabe der Süddeutschen Zeitung erschienen: Schluss mit freundlich – Arroganztraining für Frauen.

Frauen in Führungspositionen würden ihr Revier nicht verteidigen. Daraus entstünden eine Menge Probleme. Ein Coach bietet “Arroganztrainings” an, die Abhilfe schaffen sollen. Der Artikel ist ein Interview mit dem Coach.

Kann Arroganz als Erfolgsrezept im Beruf wirklich funktionieren?

Den Mitarbeiter so lange hinausschicken, bis er seine Lektion gelernt hat

Der Coach skizziert als erstes eine Situation, wo ein Mitarbeiter das Büro seiner Chefin betritt, ohne von ihr herein gebeten worden zu sein, sich ohne Aufforderung setzt und Papiere auf ihrem Tisch ausbreitet. Er habe damit fremdes Terrain erobert, was ihm besonders viel Selbstvertrauen gebe.

Und? Ich kann das Problem dabei nicht erkennen, wenn die Chefin ebenso selbstbewusst ist und damit eine natürliche Autorität hat.

Als Lösungsvorschlag rät er der Chefin, den Mitarbeiter gleich wieder hinaus zu schicken und dieses Vorgehen so oft zu wiederholen, bis der Mitarbeiter seine Lektion gelernt hat. Mit anderen Worten: sie soll ihn solange wie einen dummen Schuljungen behandeln, bis er pariert? Mit kleinen Kindern geht man auch so um, und da finde ich es keinen Deut besser als hier.

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Die einzige Person, die mich verletzen kann, bin ich

22. April 2012, Christina Syndikus

Wenn jemand etwas unfreundliches zu mir sagt oder mich kritisiert, kann es sein, dass ich mich verletzt fühle. Ist das nicht ein Beweis dafür, dass der andere, der die Worte ausgesprochen hat, diese Verletzung bei mir ausgelöst hat? Nein. Von diesem Mythos bin ich inzwischen frei.

Kann nicht sein, sagst du? Natürlich war es der andere, ist doch sonnenklar, sagst du?

Sehen wir uns das ganze mal genauer an. Nehmen wir an, eine Freundin sagt zu mir “blöde Kuh!” und ich fühle eine Verletzung. Nun, wie kommt es dazu?

In dem Moment, wo ich diese beiden Worte höre, entsteht in meinem Verstand sofort eine Interpretation, was das bedeutet. Das ganze läuft unbewusst ab und dauert nur Sekunden-Bruchteile. Meine Interpretation lautet etwa so:

  • “Sie mag mich nicht”
  • “Sie respektiert mich nicht”
  • “Sie lehnt mich ab”
  • “Sie sieht auf mich herab”
  • “Ich habe einen Fehler gemacht”
  • “Ich werde das nie wieder ausbügeln können”
  • etc.

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Streit – das Bedürfnis dahinter entdecken

15. Oktober 2011, Christina Syndikus

Streit ist gut, er reinigt. Er klärt die Energien zwischen Menschen, wenn er konstruktiv durchgeführt wird. Wenn zwei Menschen streiten, tun sie nichts anderes als ihre unterschiedlichen Wünsche und Bedürfnisse auf vehemente Art zu äußern. Dahinter steckt ein Bedürfnis inhaltlicher Art, sowie das Bedürfnis gehört, gesehen und wertgeschätzt zu werden.

Streit basiert auf Angst

Streit basiert auf Angst
Bild: aboutpixel.de © Konstantin Gastmann

Beide Seiten haben Angst etwas zu verlieren oder etwas nicht zu bekommen. Das Maß dieser Angst drückt sich in der Intensität und der Emotionalität des Streits aus.

Streit kann viel verträglicher ablaufen, wenn ich dem anderen wirklich zuhöre, wirklich versuche ihn zu verstehen, ihn wahrnehme. Dazu muss ich nicht unbedingt auf seine Position einschwenken. Wenn ich meinem Gegenüber Aufrichtigkeit entgegenbringe, besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass er sich angenommen fühlt. Auch wenn wir inhaltlich weiterhin verschiedener Meinung sind.

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Gelassen und erfolgreich kommunizieren

30. September 2011, Christina Syndikus

Kommunikation ist gut, wenn sie entspannt stattfindet. Ohne Angst vor Konsequenzen. Sie ist dann authentisch und frei und damit am meisten glaubwürdig. So habe ich die größe Chance, vom anderen ohne Abwehr gehört zu werden.

Gewaltfreie Kommunikation bindet den anderen ein. Der andere ist gleichwertig mit mir, er ist auf Augenhöhe. Ich ziehe seine Interessen und seine Position in Erwägung und versuche nicht, ihm etwas überzustülpen. Ich mache ein Angebot, einen Vorschlag, und lasse dem anderen die Wahl ob er es annimmt. So handle ich nicht-manipulativ.

Wenn ich dagegen Druck auf den anderen ausübe um mich durchzusetzen, kommuniziere ich nicht friedlich. Dann geht es mir nur um meine Interessen. Dann habe ich Angst etwas zu verlieren oder etwas nicht zu bekommen. Diese Angst schwingt in der Interaktion mit und ist für den anderen spürbar.

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